Wie schlagen vor, unsere Fragen anhand der folgenden Themenkomplexe zu entwickeln und zu diskutieren:

1. Momentane Zustände – Braucht autonome Politik Analyse?

Die aktuelle Umsetzung von Herrschaftspolitik ist ein umfassender sozialer Angriff, der die Gesellschaft und damit auch die Bedingungen, unter denen wir seit längerem politisch agieren und unser eigenes Leben organisieren müssen, bis in die kleinsten Ecken nachhaltig verändert. Der zunehmend aktionistisch-alarmistische Politikstil wirkt faktisch herrschaftsstabiliserend, da sein stärkstes und permanent wiederholtes Argument die Alternativlosigkeit der getroffenen Maßnahmen ist. Wo hegemoniale Diskurse von oben durchgesetzt werden, wird einer antidemokratischen, autoritären Entwicklung der Weg gebahnt. Diese Tendenz verengt sowohl praktisch als auch ideologisch die Spielräume linksradikaler Eingriffe in die bestehende Ordnung. Eine Ordnung, die sich angesichts immer neuer behaupteter oder tatsächlicher Krisen und Bedrohungen so offen wie seit langem nicht, nach Kriterien von Freund und Feind formiert.
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2. Die Zustände in Bewegung bringen – Braucht autonome Politik Strategien?

sind „die Autonomen“ heute nur eine Reproduktion von Bildern. Streben wir nach wie vor an, die Gesellschaft, auch uns selberzu verändern, oder haben wir uns arrangiert und verharren in unseren selbst geschaffenen, aber begrenzten Freiräumen? Wollen wir den Laden zum Erliegen bringen? Oder will mensch den geschäftsmäßigen Ablauf des Ladens nur (hinnehmbar) stören? Wie veränderungswillig sind wir? Müssen sich die Ansätze autonomer Politik verändern? Ist eine Veränderung der Politik der ersten Person notwendig, nicht insofern, dass nicht mehr die Politik der ersten Person sein sollte, sondern, dass sie sich auf die veränderten Bedingungen beziehen muss? Welche Perspektiven sehen wir? Welche Strategien können wir entwickeln?
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3. Wir stehen dazu – Militanz

Wir wünschen uns die Wiedererlangung einer militanten Selbstverständlichkeit – im alltäglichen Widerstand und auch in unseren Diskussionen. Eine selbstbewusste Normalisierung und verbreiterte Einübung und Ausübung von emanzipativer Militanz – das Zurückerlangen einer militanten Haltung, die ebenfalls in der Lage ist sich selbstbewusst zu vermitteln und zu hinterfragen. Wir werfen einige Fragen auf zum Wechselspiel militanter und nicht-militanter Aktionsformen, zu Militanz und Militarismus und zur Verantwortlichkeit und Zielgenauigkeit militanter Aktivitäten.
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4. Mehr als nur zusehen – Die aktuellen Aufstände und die Frage der Solidarität

Praktische Interventionen zugunsten von Kämpfen außerhalb Europas gibt es derzeit kaum. Wollen wir unsere Zuschauerrolle verlassen, werden wir Kontakt aufnehmen müssen und können dabei Möglichkeiten praktischer Solidarität erkunden. Die Aufstände z.B. im Maghreb weisen insofern auch auf eine essenzielle Leerstelle unserer politischen Praxis hin. Insbesondere zum Krieg in Libyen gibt es eher verstörende Reaktionen vieler Linksradikaler. Auch wenn der Krieg noch nicht entschieden ist, die Militärintervention wird „pro-westliche“ Kräfte stärken, die Forderung nach politischer und wirtschaftlicher Teilhabe, die zu Beginn der Aufstandsbewegung laut wurde, wird auf der Strecke bleiben. „Die Militarisierung des Bürgerkriegs bedeutet das Scheitern des Aufstands“, schreibt das unsichtbare Komitee.
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