Archiv für April 2011

Die Themenblöcke für den Kongress

Unter dem Menüpunkt „Themenblöcke“ findet ihr nun die Ausgangstexte zu den vorgeschlagenen Themenkomplexen.
Es wird rechtzeitig vor dem Kongress auch einen Reader mit den Texten geben – als Druckversion und zum Download unter „Materialien“.

Solltet Ihr eigene Beiträge zu den vorgestellten Themen haben, könnt Ihr diese bis zum 2. Juni unter dem Betreff „Beitrag“ an autonome-perspektive@nadir.org senden.

Und falls Ihr über die vorgeschlagenen Themen hinausgehende Vorschläge und Projekte habt, die Ihr auf dem Kongress vorstellen wollt, bitten wir Euch, uns schon im Vorfeld unter obiger Mailadresse zu kontaktieren, damit wir Zeit haben, diese mit dem Programm und den Räumlichkeiten zu koordinieren.

Einladung

Changing Realities – Kongress für autonome Politik 2011

17. – 19. Juni 2011
im Autonomen Zentrum Köln
(Wiersbergstr. 44, Köln – Kalk)

Gesellschaftliche Zustände verändern sich, wir verändern uns, und wir wollen gesellschaftliche Zustände verändern: Seit dem Kongress für autonome Politik, der 2009 in Hamburg stattgefunden hat, hat das Bedürfnis nach gemeinsamer Verständigung und Vernetzung für viele von uns stetig zugenommen. Das liegt – aus Sicht der Vorbereitenden des diesjährigen Kongresses – zum einen an den sich rasant zuspitzenden und in zunehmenden Maße gewaltförmigen Verhältnissen in der Welt. Zum anderen merken wir, dass es eines Abgleichs unserer persönlichen Lebensverhältnisse und unserer häufig als unzureichend empfundenen politischen Denkmuster und Auseinandersetzungsformen mit eben diesen Verhältnissen bedarf. Zugleich werden – für viele von uns überraschend – immer wieder neue Ansätze von Widerspruch und Auflehnung spürbar, auf die wir häufig nicht angemessen zu reagieren in der Lage sind.

Deshalb laden wir Euch ein, am diesjährigen Kongress für autonome Politik in Köln teilzunehmen, um gemeinsam Fragen zu stellen und uns auf die Suche nach – vorläufigen – Antworten zu machen. Es soll darum gehen, neue und mutmachende Perspektiven zur Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse, aber auch autonomer Politikansätze anzudenken und unsere Handlungsspielräume zu erweitern.

Wie schlagen vor, unsere Fragen anhand der folgenden Themenkomplexe zu entwickeln und zu diskutieren:

1. Momentane Zustände – Braucht autonome Politik Analyse?
2. Die Zustände in Bewegung bringen – Braucht autonome Politik Strategien?
3. Wir stehen dazu – Militanz
4. Mehr als nur zusehen – Die aktuellen Aufstände und die Frage der Solidarität

Als Handreichung – die wir keinesfalls als Setzung verstehen wollen – stellen wir einige Papiere und damit Thesen zur Verfügung, die aus den Diskussionen der Vorbereitenden entstanden sind, ohne dabei deren Konsens widerzuspiegeln. Diese sind in einem Reader zum Kongress zusammengefasst, den Ihr im Vorfeld des Kongresses in Infoläden, sozialen Zentren und ähnlichen Orten erhalten oder auf der Kongress-Seite online unter http://autonomepolitik.blogsport.de/ einsehen könnt. Die vorgestellten Papiere sollen zur Vorbereitung unserer gemeinsamen Suche dienen und uns den Einstieg in die gemeinsame Diskussion erleichtern.

Wir freuen uns auf Euch!

Zum Programm:

Freitag, 17.06.

  • Anreise und Vokü ab 18.00 Uhr
  • 19.00 Uhr:Auftaktveranstaltung

Samstag, 18.06.

  • 10.00 – 19.00 Uhr: (mit Pausen) Themenblöcke (I)
  • ab 20.00 Uhr: Raum für eigene Veranstaltungen Projektvorstellungen
  • ab 22.00 Uhr: Party

Sonntag, 19.06.

  • 10.00h – 15.00 Uhr (mit Pausen) Themenblöcke (II)

Falls Ihr Übernachtungsmöglichkeiten braucht, könnt Ihr diese bei der Schlafplatzbörse (kongress-koeln[at]riseup.net) unter dem Betreff „Schlafen“ anmelden.

Solltet Ihr eigene Beiträge zu den vorgestellten Themen haben, könnt Ihr diese bis zum 2. Juni unter dem Betreff „Beitrag“ an autonome -perspektive(ät)nadir.org senden.

Und falls Ihr über die vorgeschlagenen Themen hinausgehende Vorschläge und Projekte habt, die Ihr auf dem Kongress vorstellen wollt, bitten wir Euch, uns schon im Vorfeld unter obiger Mailadresse zu kontaktieren, damit wir Zeit haben, diese mit dem Programm und den Räumlichkeiten zu koordinieren.

Vorbereitungstreffen für einen „Kongress“ für autonome Politik 2011

Nach dem autonomen Kongress im Oktober 2009 war klar, dass es einerseits ein Interesse an Auseinandersetzungen über die eigene Gruppe, die eigene Stadt oder Region heraus gibt, andererseits aber auch viele Fragen offen geblieben sind, viele Themen höchstens angerissen wurden. Wir würden gerne einige der losen Fäden vom Hamburger Kongress aufgreifen und einen neuen Anlauf starten, um in einem bundesweiten Rahmen eine Verständigung über Ziele, Formen und Schwierigkeiten autonomer Politik anzustoßen. Was uns beim letzten Mal unzureichend erschien: wir sind nicht über eine Bestandsaufnahme hinausgekommen. Ob es gemeinsame Perspektiven gibt und wie die aussehen könnten, wurde kaum angetickt.

Deshalb soll hier vorgeschlagen werden, einen weiteren „Kongress“ (möglichst bereits im Mai 2011 – Ort noch unklar) zu organisieren, der diesmal gezielter an einzelnen Schwerpunkten strukturiert ist. Konkret schlagen wir im Moment drei thematische Bereiche vor, die sich für eine solche Struktur anbieten würden.

1. Krise – Wie erklären und wie interpretieren wir die laufenden gesellschaftlichen und politischen Herrschaftsprojekte? Erleben wir eine Fortsetzung dessen, was seit Jahrzehnten auf der Tagesordnung steht? Oder eher eine Zuspitzung? Was ist neu? Solche Fragen fänden wir gut, gründlicher zu diskutieren und wir schlagen vor, diese Diskussion unter der Überschrift „Krise“ zu führen. Wir glauben nicht, dass sich alles, was uns bewegt, mit diesem Begriff abhandeln lässt, aber einige neuere Tendenzen lassen sich durch eine Kritik des Krisen-Begriffs und seines Einsatzes im politischen Diskurs vielleicht auf den Punkt bringen. Eine thematische Eingrenzung der Diskussion, wie wir sie vorschlagen, ist zwangsläufig verengend. Das finden wir jedoch nicht schlimm, weil es uns nicht darum gehen würde, zusammen an einem Wochenende „alles zu erklären“, sondern darum, eine fokussierte und konkrete Diskussion zu führen. Anders gesagt: Die Herrschaftsverhältnisse, die wir bekämpfen, können wir alle benennen. Hier soll aber zum Thema gemacht werden, wie sie sich momentan konkret formieren.
2. Transformation autonomen Widerstands – Wenn wir feststellen, dass sich unsere Lebens-, Arbeits- und Widerstandsbedingungen und damit auch die „erste Person“, aus der heraus wir Politik machen, verändern, muss das autonome Projekt dann nicht auch neu bestimmt werden? Oder anders gefragt: Welche Perspektiven für emanzipatorische Politik lassen sich unter derzeitigen Bedingungen formulieren? Welche Strategien können wir entwickeln? Müssen wir unsere Praxis und unser Selbstverständnis aktualisieren, und wenn ja wie?
3. Militanz – In den letzten Jahren war begrüßenswerter Weise wieder eine verstärkte militante Praxis zu verzeichnen. Grund genug, Bedingungen für emanzipative Militanz, deren Vermittlung, das Wechselspiel mit anderen Formen, … gemeinsam zu reflektieren. Noch wesentlicher erscheint uns aber, ein militantes Selbstverständnis /Selbstverständlichkeit wieder zu erlangen.

Wir haben drei kurze Texte beigelegt, die grob unsere bisherigen Diskussionen zu den Themenblöcken „Krise“, „Militanz“ und „Transformation“ umreißen, und die hoffentlich ansatzweise vermitteln, weshalb wir die Themen spannend finden.

Bei dem Treffen am 22.1. sollen idealerweise gleich mehrere Fragen geklärt werden:

- Was haltet ihr überhaupt von der Idee, einen neuen „Kongress“ zu organisieren?
- Wie soll die Struktur einer solchen Zusammenkunft aussehen? Ein „Kongress“ oder lieber ein „Seminar“, oder … ?
- Was haltet ihr von dem Vorschlag einer thematischen Eingrenzung?
- Und was von den drei konkreten Themenvorschlägen?

Diese Einladung geht an Szene-Zeitungen, Infoläden und zahlreiche Gruppen. Die Infoläden möchten wir bitten, sie in ihren Städten publik zu machen.

Die Einladung und die Texte